Viel Arbeit für Plasma in der Kunststofftechnik

Fast alle Kunststoffe haben eine so geringe Oberflächenenergie, dass sie von üblichen Klebstoffen und Lacken nur unzureichend benetzt werden. Deshalb sind diese Kunststoffe direkt nicht verklebbar oder lackierbar. Es wurde deshalb eine Vielzahl von Primern entwickelt, um die Kunststoffoberfläche so zu funktionalisieren, dass Beschichtungsstoffe anhaften. Viele der besonders wirksamen Primer wurden wieder verboten auf Grund ihrer gesundheits- und umweltgefährdenden Eigenschaften.

Ohne jede Umweltbelastung ist eine Aktivierung fast aller Kunststoffe und Elastomere im Sauerstoffplasma möglich.

Selbst die Verklebung von PTFE mit guten Haftwerten wird nach einer Ätzung im Wasserstoffplasma möglich.

Gleitfähige Elastomeroberflächen

Die Oberfläche elastomerer Dichtungen hat oft eine hohe Haftreibung. Dies kann einerseits bei lange Zeit unbewegten Dichtungen zu einem Anhaften der Dichtung am Dichtungspartner, andererseits bei bewegten Abdichtungen, beispielsweise Kolben, zu einem unerwünschten Stick-Slip-Effekt führen.

Hier hilft Plasma.

In einigen Fällen kann durch Halogenierung mit Plasma unmittelbar eine gleitfreudigere Oberfläche hergestellt werden.

Von hoher Bedeutung ist aber eine Beschichtung mit fluoriertem Gleitlack, der die große Dehnung des Elastomers ohne Rissbildung und ohne Ablösung erträgt. Damit der Gleitlack haftet, muss eine Plasma-Vorbehandung erfolgen.

Gleitlack
Gleitlackbeschichtung von Elastomeren reduziert nicht nur die Reibung, sondern lässt die Dichtungen auch attraktiver aussehen.

Mehrkomponentenspritzguss

Die Plasmabehandlung hat für viele neue Anwendungen des Mehrkomponenten-Spritzuss gesorgt.

Nach Plasma-Feinstreinigung und Plasmaaktivierung werden sehr viel mehr K-K-Kombinationen möglich als zuvor.

2K-Spritzguss
Dank Plasma-Vorbehandlung haftet das angespritzte thermoplastische Elastomer untrennbar an dem Vorspritzling aus hartem Kunststoff